Freitag, 18. Oktober 2013

Slow Traveling nach Woronesch

Es ist 1 Uhr nachts. Regentropfen ziehen ihre Bahnen an der schmutzigen und leicht vergilbten Scheibe, während wir gemächlich aus Moskau heraus und dann durch die dunkle Landschaft rattern. Vor der Reise habe ich mich gefragt, warum wir für eine Strecke, die nicht weiter ist als die Distanz von Berlin nach München, zwölf Stunden Fahrzeit brauchen. Hätte das nicht alles schneller gehen können?

Mittwoch, 18. September 2013

Moskau II

Basilius-Kathedrale
Als ich heute im Supermarkt an der Kasse stand und in den Tiefen meines Portemonaies nach passendem Kleingeld suchte, fielen mir zwei Münzen in die Hand, die nicht zu den anderen passten. Ich nahm sie heraus und musste lächeln, als ich im Tageslicht sah, dass es ein Rubel und zehn Kopeken waren.

Montag, 9. September 2013

Ankunft Moskau


Es war Mittag, als wir auf dem Flughafen Vnukovo rund 30 Kilometer entfernt von Moskau landeten. Nachts gegen 1 Uhr sollte unser Nachtzug vom Bahnhof Pawelezkaja nach Woronesch abfahren. Also hatten wir gut zwölf Stunden Zeit, wenigstens einen kleinen Eindruck von der größten Stadt Russlands zu bekommen. Und das war es auch wirklich nur - ein kleiner Eindruck. Völlig subjektiv, weil man in der kurzen Zeit einen Ausschnitt sieht, der wenig bis gar nichts über das Ganze sagt. Trotzdem war es beeindruckend.

Donnerstag, 29. August 2013

Für Russland

Robert Walser, ein Schriftsteller aus der Schweiz hat mal gesagt: "Man passt dahin, wonach man sich sehnt." Ich sehne mich nach Russland. Mehr als mir lieb ist, denn die Sehnsucht schmerzt. Sie hält mich in einem Zwischenraum gefangen. Obwohl ich zurück bin, bin ich weder hier noch da.

Montag, 12. August 2013

Woronesch - Voronezh - Воронеж - Teil I

Als ich mich im Vorfeld dieser Reise aufgemacht habe, mehr über die Stadt zu erfahren, musste ich feststellen, dass die Informationen über das heutige Woronesch eher rar sind. Ein Wiki-Eintrag, ein paar Blogs, ein paar russische Seiten, die teilweise gegenseitig voneinander abgeschrieben haben. Weit mehr gibt es über die Kriegsgeschichte zu lesen, über die Zeit, als Woronesch ein einziges Trümmerfeld war und darüber, wie die Einwohner den Besatzern trotzten. Ich wollte herausfinden, ob davon noch etwas zu spüren ist, ob die Stadt diesen Geist noch atmet.

Montag, 5. August 2013

Zurück und doch noch nicht da

Berlin hat mich wieder. Jedenfalls rein physisch. Nach drei "Ich bin wieder da" Tagen, hängen meine Gedanken immer noch im rund 2000 Kilometer entfernten Woronesch. Erinnerte Bilder reihen sich dicht aneinander und wollen dem Alltag keinen Raum geben. Es fällt mir schwer auf "Standard" umzuschalten. Ich fühle Fernweh und eine starke Sehnsucht danach, tiefer in das Land einzutauchen, von dem ich in neun Tagen wirklich nur einen Bruchteil und doch so viel kennengelernt habe.

Montag, 22. Juli 2013

Drei Mal werden wir noch wach...

dann startet das Flugzeug. Meine Aufregung macht sich deutlich durch ein leicht mulmiges Gefühl in der Bauchgegend bemerkbar und damit, dass ich ständig von meinem Schreibtisch aufstehe und Mühe habe, mich zu konzentrieren.